Einem Menschen gleich
alles das sich in die Stadt ergießt
die Fremde der Mut und die Nacht
die sich auf Gesichter schiebt
alle sitzen irgendwie warten beugen sich
scheppern wie Geschirr
von einem Kellner in die Welt getragen
alle lachen auch oder fühlen sich
an fremd gewordenen Körperzonen
oder tanzen frech in das Abendlicht
und drängen Motten
in die Dunkelheit zurück
alle stehen auch hinter Türmen
krumm gefurchten Türen
blicken aufgescheucht
und spinnen sich mit Spinnennetzen zu
alle denken auch
geschliffen glänzend und verloren
hüllen sich in Jahrtausend alte Decken ein
die von alters her verlaust verdreckt verkommen
ihren Körper schützen sollen
alle lieben auch
so wie sie es verstehen
in alten Hütten großen Sälen
verspiegelten Gebäuden
werfen Körper aus
und leicht zu spielende Gedanken
verirren sich darin ersticken
und werden neu geboren
darum säumen wir
das Nichts den Anfang
und das kleine Glück
mit ausgestellten Körpern
säumen es mit Nähe und Gefühl
und glauben Menschen gleich zu sein.
Helden
wenn wir uns verzehren
in uns nur leid und Müdigkeit verstehen
wenn wir fremd
und ohne Maß in alten Gärten
hoffnungsvoll spazieren gehen
wenn wir uns ergründen
und auch sonst uns unserer Stille sanft ergeben
wenn wir alt
mit gebrechlich zarten Gliedern
noch immer nach Unendlichkeiten streben
wenn wir uns bestimmen
so wie wir wirklich niemals waren
wenn wir sahen
und uns doch nie kannten
in all den schönen unvergessenen Jahren
wenn wir uns dann noch einmal sehen
heute und in all den späten Tagen
neigen wir das Haupt
und streifen unser Spiegelbild
in dem wir abgehärmt
verwundet und verloren lagen ab
und werden Helden einmal nur
bevor wir an uns selbst verzagen
Der Feind
alles ist vergessen
und Gerichte sowie
das Urteil das uns blühte
die Strafe die uns hielt
die Schuld die uns
die Augenlieder senken ließ
all das vergessen
in dem Maß des anderen
in seinem tun
sein aufgewiegelt sein
sein unbestimmter Ort, sein Körper
der sich gegen uns entschloss
sein Reden ungemäß
sein Handeln als ein Feind
sein aufgeblasen Spiel
und wie er sich ergoss
in uns
um unsere Welt zu schließen
Oder alte Leute treffen
die vor sich stehen
und sich nicht mehr kennen
oder Kinder die auf Bäumen sitzend
große Träume träumen
Farben auch darin und kleine Seen
eingebettet in den Nachmittag
oder Jungs an Straßenrändern sehen
getrieben von der Welt
gesteinigt von den Alten
aufgehoben und versiegelt
suchen sie den Untergang
oder frisch gefangene Mädchen
mit schnappend groß gemalten Lippen
aussortiert aus Netzen
trudeln sie dem Grund entgegen
spitzen ihr Gesicht zur Waffe noch
bis sie eingebettet in den Sand
ein letztes Lebenszeichen geben
und jene noch
die sich auf Besitztum türmen
fett gemästet von der Angst
nur ausgedacht zu sein
unansehnlich fremd vergessen
beschützen sie die Welt
und bauen Zäune glotzen böse
lächeln in den Untergrund
nur weil sie
nur noch ihresgleichen grüßen
Oberfläche
Kinder die im Swimming Pool ertrinken
Frauenherzen in denen sich Geschosse bilden
Männer die mit Wunde klaffend
einen Marathon erlaufen
und ihr Geschwätz gespreizt
als hätten sie sich Geschenke ausgesucht
die Alten die auf Leitern stehen
die Jungen die im Dunkeln tappen
ausgelaugt und fremdbestimmt
und Früchte die in Wintergärten gären
Licht das leuchtet
Wärme die gebiert
aufgegeben ist der Sinn
die Wahrheit aufgezehrt
Identität
Das Gesicht als suche es sich
einen Namen und die Fremde
in ihrem ungeheuren Schritt
meißelt im Vorübergehen
kleine Zeichen in den Wind
nichts was verfängt
auch die Melodien
die von oben herab
in den Menschen wirken
flüchten in die Hosentasche der Gemütlichkeit
auch Männer
in ihrem manischen bekennen
oder Frauen
in ihrem roten Vergissmeinnicht
oder Kinder
wenn sie durch den Zuckerguss
des Spielerischen brechen
zerfallen in Gefälligkeiten
schöne Grüße
und Geschick
Die Leute
als flüchteten sie immer flüchtig
als gerieten sie in Stürme
und fielen in Wassergläsern um
als berieten sie sich gerne
in den Anfängen der Gleichgültigkeit
als schleppten sie Zement
mit der krummen Schulter des Unterdrückten
als säßen sie schmählich in der Ecke
und summten schmutzige Lieder
und pflegten ihr Gesicht
mit den Schmerzen der Anderen
Ganz unten
so wie sich alles findet
der Goldreif an den Fingern der Macht
und das Gefühl
an den Rändern spannen sich Ängste auf
auch Götter träumen
wenn sie in den Körpern ihrer Gläubigen weilen
von Maschinengewehren
die in Wäldern Menschenmaterial
in die ausgehobenen Stellungen mähen
auch glänzende Gesichter starren
mit der Nachsicht der späten Geburt
in geile Kameralöcher hinein
und wenn sie sprechen
gleitet Schleim brüchigen Wänden hinab
wo das oben
im Menschenkleid glänzt
und die da Unten nur
zwischen deren Schenkel sehen
und die Vereinigung möchten
räumen im Dazwischen
die aufgewachten Schläfer
“jene Mörder im Sonntagsanzug”
alle eigenen Gedanken auf
und werfen sie in tobende Flüsse
Das Besondere
alles was du nicht bist
und ich in den Anfängen war
als wir uns begegneten
und auch wie wir
den Himmel, die Nacht, den Tag
in reißende Ströme warfen
und Augen wie Nase
Mund und Gesichter
in unser Beschreiben zogen
so wie es Fremde tun
die unter Fremden
Freunde suchen und keine finden
wie wir an Orten
behände die Grenzen umtanzten
in ihnen Bilder entfachten
Sprache vergaßen
mit geschlossenem Mund
laute Geschichten erzählten
schreiend eigene Abgründe erfanden
oder Landschaften mit uns rissen
in denen reife Früchte
alte Gerüche beschworen
als webten wir unablässig
an des Lebens Traurigkeit
und doch alles vergaßen
was uns noch hielt
weil wir älter wurden
träge hart und verdorben
und flossen nur noch als Flüsse
gelangweilt zusammen
begannen jeder für sich
nur noch das Besondere zu träumen
Wanderer
Wanderer zwischen den Zeilen
Geher vereinzelt
von unten nach oben
und Helden
wie es ihnen an Ehre gebricht
Schritte in den Ohren
Flüchtige die sich
an den Händen halten
Dagebliebene im feigen Gewand
und Sprechen als ein vergifteter Ort
Scham in den Köpfen
Mut als ein blutiger Ausfluss
Fremde wie sie die Heimat begründen
in den Herzen der Anderen
Aufgegeben als wären sie
Kämpfende in Kesseln verschanzt
Vergessen als wären sie
Partisanen der Feigheit
aufgehängt an den Bäumen
großer Konzerne
stumm gehen sie Wege
stumm wie geschwätzige Fische
durchbrechen sie
Wellentäler der Angst
Abgesang
die letzten rufen noch
hörst du sie
die ersten graben sich schon ein
und auf der Seite aufgewacht
erwarten sie den Tod
alte Frauen schlendern träge
in großen Häusern eingepfercht
auf frisch geputzten Flächen
in den Augenblick hinein
greise Männer aufgehenkt
erzählen gurgelnd
endlich von sich selbst
zu spät der Faden reißt
der Fall ist ohnegleichen
und ihre Kinder in den Tag gezerrt
nun erwachsen und vergessen
stolpern über alte Märchenbücher
die aufgehäuft in Straßengräben faulen
sie waschen ihre Oberfläche rein
auf der sie lachend liegen
ergötzen sich im Zwiegespräch
und Sinn zerfällt zu Aberglauben
alles ist zurechtgerückt
die Angst zieht grade Linien
die Sicherheit als Rüstung ausgedacht
führt Krieg und weiche Grenzen fallen
Still
still sind wir
und ruhig
und weich
und gleich
und unerbittlich
gut sind wir
und fromm
und hörig
selbst dem bösen
trauern wir nach
arm sind wir
und reich
verdorben überdies
und fremd
sind wir uns auch
geworden
Leicht oder Schwer
und ist alles leicht oder schwer
gehen wir dahin um zu schauen
gehen wir dorthin um zu leben
gehen wir ohne der Gedanken Müdigkeit
Schritt für Schritt
so dass wir an uns wachsen
oder versäumen wir nicht
des anderen Sinn
wie verloren
erschließen wir uns
in der Unendlichkeit von Kreisen
nie Anfang oder Ende
eben nur Höhe und Gefahr
von oben herab
starren wir wie Geier
auf die Sterblichkeit der Vielen
und zeichnen sie als Fremde
in uns nach
Einfach so fort
und sie halten alle manchmal den Atem an
wen sie gehen oder stehen
scheuen große Taten
wenn sie in ihrer eigenen Geschichte
nach Gründen suchen
die sie zeichnen sollen
vergewissern sie sich
wenn sie aus ihren Häusern gehen
ob sie für die Welt genug
geordnet sind
haben sie die Lüge dabei,
die Feigheit, den Eigennutz
haben sie auch genug Taschen
um ihre Ausreden zu verstauen
und ist ihre Frisur auch recht gekämmt
spielen sie dann auch
ihr Spiel wie sie es gelernt haben
wie sie es in Schulen
und Universitäten gelernt haben
sind sie Herr oder Schurke
sind sie beides und zur gleichen Zeit
kommen sie jemals nach Hause
sind sie erschöpft
wagen sie über die eigene Schamlosigkeit
zu trauern oder machen sie einfach so fort
einfach so fort
Das Unerhörte
gibt es das Unerhörte noch
sag sind wir noch dort
wo es etwas zu wagen gibt
oder wandern wir nur noch
durch die letzten Landschaften
die uns die anderen
in ihre Hundehütten gezwängt
als Endzeit erklären
gibt es das unerhörte noch
sag oder lauschen wir
in der Fremde nur noch
dem eigenen Sinn
der uns in den Hinterhöfen
des Unglücks schon lange
die besten Gedanken geraubt hat
gibt es das unerhörte noch
sag oder ist die Allmacht
der Verlorenen so stark
dass wir nur noch
ihre Eiseskälte spüren
und darin erfrieren
gibt es das unerhörte noch
sag es mit deiner eigenen Stimme
erkläre das Verbrechen das
in den Augen der Mächtigen
nur noch ein Blinzeln erzeugt
mit deiner eigenen Geschichte
und erzähle davon
als ob du ein einmal
ein Mensch gewesen wärst
Iche
alles ist so leicht
nur Oberfläche die sich bückt
Menschen stehen da und glauben
der Zufall habe sie hier her gespült
Gespräche leichtes Lachen auch
und Wünsche die in Ecken kauern
alles lustig ausgedacht
sich weg erinnern
Wortbeispiele die sich selbst ergeben
und ausgewogen sein
die Freude kitzelt Nachbarschaften
man hat sich lange schon gekannt
nun endlich will man sich begrüßen
und Dinge kaufen Welt verschenken
Summe sein
kein Ernst der irgendwie beschreibbar wäre
Luftballons der Unverletzbarkeit nur
und Iche
ausgezehrt
geschminkt
und fratzenhaft entstellt
Seltsam wie alles zerfällt
unter den Augen
der großen Visionen
seltsam wie alles gelingt
In den Prachtstraßen
flaniert die Sehnsucht
mit einem billigen Leben
unter dem Arm
die Stimmen lebloser Schreiber
erklären die Welt im Sekundentakt
und an den Geldautomaten
scheißen Künstler
auf ihre Wirklichkeit
Die Sprache ist ein Honigtopf
und das Selbst
rührt dabei in einem Wasserglas
das Lebendige
hakt sich in das immer gleiche ein
und schunkelt mit der Welt
in den Geldhäusern
zerschneiden Zuhälter
ihren Nutten das glänzende Gesicht
während die Freier
sich mit einem Astloch vergnügen
und danach von Erlebnissen erzählen
die Eliten
träumen die totale Kontrolle
und empfinden dabei den totalen Krieg
aus den Gesichtern tropft ihre Auserwähltsein
auf das glühende Nichts und verdampft
seltsam wie alles zerfällt
unter den Augen
der großen Visionen
seltsam wie alles gelingt
Und Kinder die springen
von Ängsten weg springen
hin zu fühlenden Vätern
und Mütter im ruhenden Kleid
und Kinder die fallen
in tausende Abgründe fallen
hinab zu Abermillionen Gedanken
und Geschichten die aufreizend erglühen
und Kinder die immer nur weinen
vor Müdigkeit Gleichgültigkeit weinen
um nur ja dem eigenen Spiegelbild
die Flucht zu erleichtern
und ihre Tränen bilden das Schicksal
in der kommenden Welt
Vergleichbarkeit
und stehen die Räder still
daheim oder an Orten
die müde machen wollen
reift in den Köpfen
ein Gedanke heran
der die Kraft
in ein Ungleichgewicht verbrennt
oder zerren Geister
zerfahren wie Zombies
einen Karren voller Lust
in die Ebene der Nacht
in der die Maschine
den Sonnenaufgang ersetzt
oder ist alles Gesetz
von Anwälten gesetzt
in ihrem zwiespältigen Blau
gewundenem Tuch
gebrochenem Mund
oder sind wir die
Verwundbaren anderen
die in ihrer Nabelschau
die immer gleiche Brühe rühren
oder sind wir etwa selber schuld
vielleicht hätten wir
ein Geheimnis hüten
und in breiten Flüssen
gegen den Strom
an große Äste gebunden
an ein Ufer schwimmen sollen
aber so sind wir purzelnde
mitgerissene Fremde
die vor dem Neuen
zuerst an ihr Spiegelbild denken
und dann alle Glieder fahren lassen
um im Licht der Vergleichbarkeit
zu ertrinken
Auch an den Tagen
als man noch auf Kreidetafeln
Buchstaben sah
die in einem versanken
bevor sie
nach einem schönen Nachmittag
wieder auftauchten
um Sinn zu spenden
warst du müde
denn all die Denker
die in Schulen Farben fanden
den Sprung zur rechten Zeit
auf hohe Türme schafften
von denen sie dann Worte warfen
die an kalten Orten aufgefunden
Eitelkeiten zeichnen
sind leer und hohl
und aufgebraucht
es ist nichts von Dauer mehr
und die Veränderung regnet
auf undichte Dächer
und der Mut
der unter dem Regenschirm
die Regentropfen zählt
spricht in hölzernen Worten
und der Mensch der wie zufällig
gerade an diesem Ort
nach Gelegenheiten sucht
schließt sich
in die eigene Vergangenheit ein
und vergisst
Reifeprüfung (Abiball)
allen Ernstes
an unverrückbaren Tagen
etwas gedacht
das in Gedankenräumen
den Schatten gibt:
kleine Körper vielleicht
oder schlanke große
mit fliehendem Kinn
oder glänzende
nach innen gefallene Wangen
oder Räusperaugen
die der Verzweiflung nah
in den Abgrund starren
oder schwingende Röcke
mit schimmernden Beinen
und Löckchen
zwischen Hoffnung
und komischem Geschick
in die Wirklichkeit gedrillt
grobe Herrenmünder auch
ausgeschlachtet in der Zeit
verfallen und verfault
in vielen Kanzelreden
ausgezehrt und abgehangen
und den Sinn geprägt
der ihnen Leben gibt
Elixiere noch
in kleinen Mengen
ausgegeben die betäuben
Träume die in Wangentaschen
ausgekaut auf Straßen
ausgespuckt
in Augenblicken trocknen
und verschwinden
wie alles
über die Ufer tritt
wie alles zerfällt
und sich
in den Plänen der anderen
wieder verfängt
wie lose Gefühle und Gesichte
zwischen Auge Nase Mund
neue Träume errichten
wie alles beginnt
wie Güter entstehen
Reisen gelebt
Sachen in Räumen verfaulen
wie Gedanken
zu Sandkörner werden
auf Ladeflächen
und strömenden Schiffen verstaut
wie alles in Richtungen
geht, sich bewegt
und wieder verweht
Schon gesehen
das Licht
und die Geschichte
der anderen
in ihrem Fluss
in ihrem Zögern
in ihrem Glück
aufgebracht
steht an den Fenstern eine Welt
sie hat sich
den falschen verpflichtet
im Grau der Ereignisse
fallen Menschen
übereinander her
aber sie glauben nur
als man es irgendwann
Wahrheit nannte
liefen die Kinder
ihren Eltern davon